Donnerstag, 14. September 2017

4. September: Ochseninseln – Ærøskøbing

Nach dem Frühstück brachen wir zeitig zu unserer größten Überfahrt aus. Die Reise sollte von den Ochseninseln in die dänische Südsee auf die Insel Ærø gehen (ca. 40 nm). Allerdings machte sich der Wind an diesem sonnigen Tag rar. Über weite Strecken sahen wir uns gezwungen, den Motor anzuwerfen, um eine allzu späte Ankunft am Ziel zu vermeiden.


Vorschau auf kommende Ereignisse - Segler mit gesetztem Blister

Um die Mittagszeit setzten wir zum ersten Mal die Segel und bekamen eine Vorstellung davon, was es bedeutet, von der Kraft des Windes angetrieben zu werden. Bei besten Bedingungen genossen wir die Überfahrt in vollen Zügen, ließen uns von der Sonne verwöhnen und fühlten uns auf der Phoenix sichtlich wohl. Der mäßige Wind in Verbindung mit einem leichten Wellengang erlaubte es, sich weitestgehend frei auf dem Deck zu bewegen, Fotos zu schießen, Videos aufzunehmen und ein Gefühl für das Schiff zu bekommen. Wie auch in den kommenden Tagen wurde am Steuerrad mehrmals durchgewechselt, so dass sich ein jeder – unter Bens Anleitung – für eine gewisse Zeit als Skipper fühlen konnte.

Endlich ein wenig Wind: Segeln in der Schmetterling-Segelstellung
Ben weiß seine Umgebung stets zu deuten (Wellengang, Böen, Absichten anderer Segler, ...)
Sich während des Segelns einfach von der Sonne verwöhnen lassen ...

Richtig spannend wurde es, als wir am Abend den Hafen von Ærøskøbing ansteuerten und das erste, gemeinsame Anlegemanöver anstand. Im Vorfeld galt es die Vor- und Achterleinen an den vorgesehenen Klampen des Schiffs zu befestigen und die Fender beidseits der Bordwand mittels Webleinstek-Knoten anzubringen. Danach instruierte uns Ben, wie das Manöver ablaufen würde, woraufhin die anstehenden Aufgaben verteilt wurden. Während zwei Mann sich um die Ausbringung der Achterleinen und der vorbereiteten Fender kümmerten, galt es auf dem Vorschiff die Leinen am Pier an hierfür vorgesehenen Pollern zu befestigen. Hierzu musste ein Freiwilliger rasch vom Schiff auf den Pier springen, um die Leinen am jeweiligen Poller zu fixieren und an den zweiten Mann auf dem Vorschiff zurückzugeben. Beim Anlegen galt es also in schneller Abfolge soeben Erlerntes gleich richtig anzuwenden.

Tatsächlich verlief das Anlegemanöver ohne Probleme, so dass wir gegen 20 Uhr Fuß auf die dänische Insel Ærø setzen konnten. Zum Abschluss des Tages machten wir noch einen Abstecher durch das Städtchen Ærøskøbing und kehrten im Pub „Arrebo“ ein. Dort genossen wir gleich zwei örtliche Spirituosen-Spezialitäten. Neben verschiedenen, leckeren Ærø-Biersorten galt es als rare Köstlichkeit auch den Ærø-Whisky zu probieren – beides kann uneingeschränkt weiterempfohlen werden.

Im Pub Arrebo: Ærø-Bier mit Walnuss-Geschmack
Als wir zufrieden am Tisch saßen und sich heitere Gespräche entwickelten, bemerkte ich, dass meine Umgebung immer noch hin und her schaukelte – eine Sinnestäuschung, die ich grundsätzlich als gutes Zeichen wertete. Als ich die Frage an die Runde richtete, ob es jemandem ebenso ergeht, wollte Philipp nur wissen, wie viel vom Whisky ich schon getrunken habe …