Nachdem wir bislang vom Wetter regelrecht verwöhnt worden waren, stellten sich auf unserer vierten Etappe (ca. 30 nm) Regen und Wind ein, so dass wir zum ersten Mal unsere Gummistiefel und unser Ölzeug aus den Fächern hervorholen mussten.
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| Das illustre Badehotel direkt am Hafen von Dyvig |
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| Ölzeug ist das Mittel der Wahl, wenn es darum geht, den Regen wirksam abzuhalten |
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| Trotz durchwachsenen Wetters eröffneten sich uns viele interessante Stimmungen |
Wir ließen Dyvig hinter uns und folgten dem Verlauf des „Als Fjord“ in südöstlicher Richtung und fuhren im Anschluss mittels Dieselmotor den „Als Sund“ hinab. In Sønderborg passierten wird eine Klappbrücke, die zu jeder vollen Stunde für kurze Zeit für den Schiffsverkehr geöffnet wird. Auf diese Weise landeten wir erneut in der Flensburger Förde. Von dort trieb uns der Wind rasch zum Hafen von Maasholm.
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| Geöffnete Klappbrücke bei Sønderborg unmittelbar vor der Durchfahrt ... |
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| ... und danach. |
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| Eindrücke von Sønderborg bei der Durchfahrt des „Als Sund“ |
Neben dem Frühstück gab es über den Tag verteilt zwei warme Mahlzeiten, die von Ben zubereitet wurden und ganz klar einen Höhepunkt des Tages darstellten. Während es zur Mittagszeit eine köstliche Suppe zu essen gab, kredenzte er uns abends eine üppige Hauptmahlzeit. Dabei war nicht nur verblüffend, wie schnell das Kochen in der engen Kombüse vonstattenging, sondern wie lecker und abwechslungsreich sich die Mahlzeiten gestalteten. Zwischendurch gab es zudem kleine Snacks zu essen und ein Heißgetränk nach Wahl zum Schlürfen.
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| Die Kombüse – jener Ort, an dem uns Ben tagtäglich leckere Mahlzeiten in Rekordzeit zubereitet hat (Foto: Ulrich Stelzner) |
Außer den wechselnden Winden und dem unsteten Wetter sorgte in den kommenden Tagen auch die Ausführung unterschiedlichster Aufgaben für Abwechslung. Stets zeigte sich Ben geduldig und leidenschaftlich, wenn es darum ging, das Handwerk des Segelns an uns weiterzugeben. So war es nicht überraschend, dass wir alle bestrebt waren, jede Anweisung zumindest einmal selbst auszuführen: Sei es das Setzen oder Einholen des Vor- oder Großsegels, das Dichtmachen oder Fieren des Vorsegels oder der Großschot, die Übernahme des Steuerrads, die Überwachung des Echolots (Messung der Wassertiefe), die Verfolgung des eingeschlagenen Kurses anhand des Kartenmaterials, Prüfung auf mögliche Kollisionen in Anbetracht der
Ausweichregeln bei Segelfahrzeugen, … Langeweile kam also nie auf.
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| Das Großsegel der Phoenix – am Steuerrad gilt es stets die Windrichtung im Auge zu behalten (Foto: Ulrich Stelzner) |
Unser Abendessen nahmen wir im
Restaurant „Schunta“ ein. Dort kosteten Daniel und ich auf Ulrichs Empfehlung hin das Labskaus-Gericht, welches sich in Norddeutschland großer Beliebtheit erfreut und mir überaus gut geschmeckt hat. Zudem kamen wir in den Genuss des sogenannten „Hängebauch“-Spezialcocktails (Schnaps mit Sardelle), zu dem wir später eingeladen worden sind.